Melitta ist über Jahre vor allem für Tastenreihen und Drehregler bekannt geworden, nicht für Touch-Displays. Der CI Touch bricht mit dieser Tradition und stellt sich damit direkt gegen die Bedienkonzepte von DeLonghi und Siemens, die in der Mittelklasse längst auf große Displays setzen.
Aufbau und Bedienung: Melittas erster großer Touch-Auftritt
Das vollflächige Touch-Display ersetzt die klassische Tasten- und Symbolreihe älterer Melitta-Modelle und führt durch Getränkeauswahl, Stärke und Menge in klar strukturierten Menüs. Zusätzlich lassen sich mehrere Nutzerprofile anlegen, praktisch für Haushalte, in denen jeder seinen eigenen Kaffee auf Knopfdruck will. Das Gehäuse in Frosted Black wirkt hochwertiger als frühere Caffeo-Generationen, auch wenn Kunststoff weiterhin dominiert und an Ecken sowie Kanten spürbar bleibt. Auch bei schwacher Küchenbeleuchtung bleibt das Touch-Display gut ablesbar, ein Detail, das im Alltag öfter zählt, als man beim Kauf bedenkt. Melitta baut traditionell kompakter als DeLonghi oder Siemens, Wassertank und Bohnenbehälter fallen entsprechend kleiner aus, ein Vorteil für kleinere Küchen, ein Nachteil für Vielnutzer, die seltener nachfüllen wollen.
Im Detail: Mahlwerk, Brühgruppe und Milchsystem
Die integrierte Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk mahlt frisch für jede Tasse, die Brühgruppe lässt sich entnehmen und unter fließendem Wasser reinigen, ganz ähnlich wie bei den DeLonghi-Modellen dieses Vergleichs. Bei stark öligen, dunkel gerösteten Bohnen lohnt sich häufigeres Reinigen des Bohnenbehälters, damit das Mahlwerk nicht verklebt. Das Milchsystem arbeitet über einen externen Behälter, der per Schlauch angeschlossen wird und auf Knopfdruck Milchschaum für Cappuccino oder Latte Macchiato liefert. Die Vibrationspumpe arbeitet wie bei den meisten Vollautomaten dieser Klasse mit deutlich mehr Druck, als am Kaffeebett tatsächlich ankommt, entscheidend bleiben dort wie überall rund 9 bar. Wichtiger für den Geschmack ist die Konsistenz von Mahlgrad und Extraktion über viele Tassen hinweg, und die hält der CI Touch zuverlässig ein. Für unterschiedliche Bohnensorten lässt sich der Mahlgrad zusätzlich in mehreren Stufen justieren, sodass sowohl helle als auch dunkle Röstungen sauber verarbeitet werden. Für die passende Wasser-Kaffee-Relation zu deinem Geschmack lohnt sich der Kaffee-Finder.
Wie persönlich ist die Rezeptanpassung wirklich?
Ziemlich persönlich: Stärke, Menge und Temperatur lassen sich für jedes Getränk individuell einstellen und dauerhaft speichern, sodass die Maschine sich an die Vorlieben unterschiedlicher Nutzer erinnert. In Mehrpersonenhaushalten spart das die tägliche Neueinstellung, in Singlehaushalten bleibt es ein nettes, aber verzichtbares Extra. Die Profile lassen sich außerdem jederzeit anpassen, falls sich der eigene Geschmack im Lauf der Zeit ändert.
Reinigung und Pflege
Der Milchbehälter mit Schlauch verlangt mehr Aufmerksamkeit als eine einfache Düse: Schlauch und Anschlussstück sollten regelmäßig gespült und gelegentlich zerlegt werden, ein automatisches Reinigungsprogramm unterstützt dabei. Wer die Milchreinigung konsequent nach jedem Gebrauch durchführt, vermeidet zuverlässig unangenehme Gerüche oder Ablagerungen im Schlauch. Die Brühgruppe wird bei Bedarf herausgenommen und unter Wasser abgespült, das Entkalkungsprogramm richtet sich nach der eingestellten Wasserhärte. Als Folgekosten solltest du Entkalker und Milchsystem-Reiniger einplanen, zusammen grob 20 bis 30 Euro im Jahr. Bei hartem Leitungswasser verlängert ein zusätzlicher Wasserfilter die Intervalle zwischen den Entkalkungsvorgängen spürbar.
Für wen geeignet?
Der Melitta CI Touch passt zu allen, die automatischen Milchschaum und moderne Touch-Bedienung wollen, aber die kompaktere Melitta-Bauweise gegenüber DeLonghi oder Siemens bevorzugen. Im Vollautomaten-Vergleich steht er für Melittas Anspruch, in der Mittelklasse mitzuspielen. Für alle, die von einem älteren Melitta-Modell umsteigen, bleibt die Umstellung auf Touch-Bedienung zudem der auffälligste Unterschied im Alltag. Wer einen größeren Wassertank für viele Tassen am Stück braucht, sollte Siemens EQ6 plus oder Philips LatteGo 5500 gegenrechnen, beide bieten spürbar mehr Fassungsvermögen bei vergleichbarem Bedienkomfort.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Kaffeevollautomaten.

