Eine Stufe über dem reinen Filterkaffee-Einstieg beginnt bei Rommelsbacher der Ernst des Espresso-Lebens: Die EKM 400 tauscht das Scheiben- gegen ein Kegelmahlwerk, packt 35 Mahlstufen hinein und zielt mit einem abnehmbaren Siebträgerhalter direkt auf die erste eigene Siebträgermaschine. Für unter 90 Euro ist das ein ungewöhnlich konkretes Versprechen.
Aufbau und erster Eindruck
Die EKM 400 baut deutlich hochkanter als die EKM 200 und wirkt mit ihrem LED-Display auf den ersten Blick moderner. Der Bohnenbehälter fasst 220 Gramm, der Auffangbehälter darunter 130 Gramm Mahlgut, beide sitzen stabil im schlanken Gehäuse. Für den Alltag praktisch ist die zehnstufige Portionierung, mit der sich die Kaffeemenge pro Bezug in feinen Schritten anpassen lässt, bis zu zwölf Portionen am Stück sind möglich.
Ein Blockierschutz stoppt den 200-Watt-Motor automatisch, sobald sich das Mahlwerk durch Fremdkörper oder zu grobe Bohnenreste blockiert, ein Sicherheitsdetail, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.
Im Detail: Kegelmahlwerk und Espresso-Zone
Das Edelstahl-Kegelmahlwerk bietet 35 Mahlstufen, die von extra fein für Espresso über mittelfein für Filterkaffee bis grob für French Press reichen. Damit deckt die EKM 400 tatsächlich beide Welten ab, statt sich wie die EKM 200 klar auf Filterkaffee festzulegen. Die zentrale Kauffrage lautet deshalb nicht mehr ob, sondern wie gut sie Espresso kann: solide für den Einstieg, aber ohne die Konsistenz-Reserven einer 400-Euro-Mühle.
Wer zum ersten Mal in den Siebträger mahlt, profitiert von der integrierten Antistatik-Funktion, die verhindert, dass sich das feine Pulver elektrostatisch auflädt und im Trichter kleben bleibt. In Kombination mit dem abnehmbaren Siebträgerhalter lässt sich so direkt in den Siebträger dosieren, ohne den Umweg über den Auffangbehälter. Die passende Dosis für dein Rezept findest du mit dem Brüh-Rechner, der Wasser- und Kaffeemenge im Verhältnis zueinander ausrechnet.
Im Alltag macht sich der Sprung vom Scheiben- zum Kegelmahlwerk vor allem bei der Reproduzierbarkeit bemerkbar: Stellst du einmal die passende Stufe für deinen Siebträger ein, liefert die EKM 400 von Portion zu Portion ein vergleichbares Ergebnis, ohne dass du bei jedem Bezug neu nachjustieren musst. Der Blockierschutz greift dabei als stille Absicherung im Hintergrund, etwa wenn versehentlich ein kleiner Stein oder ein verklumptes Bohnenstück ins Mahlwerk gerät, und verhindert so gröbere Schäden am Motor. Verglichen mit der einfacheren EKM 200 ist der Aufpreis angesichts von Kegelmahlwerk, Antistatik-Funktion und Siebträger-Direktmahlen mehr als gerechtfertigt, sobald Espresso überhaupt eine Rolle spielt.
Kann die EKM 400 einen Siebträger versorgen?
Ja, über den abnehmbaren Siebträgerhalter fällt das Mahlgut direkt in den Siebträger statt in den Auffangbehälter. Für eine Einsteiger-Siebträgermaschine mit Vibrationspumpe reicht die erreichbare Feinheit im Espresso-Bereich gut aus, an die Konstanz von Prosumer-Mühlen wie der Baratza Encore ESP oder der Eureka Mignon Specialita kommt sie preisbedingt nicht heran.
Reinigung und Pflege
Bohnenbehälter und Mahlwerk sollten regelmäßig trocken ausgepinselt werden, vor allem wenn du zwischen Bohnensorten wechselst und Fremdaromen vermeiden willst. Der Auffangbehälter lässt sich komplett entnehmen und ausleeren. Eine feuchte Reinigung des Mahlwerks ist laut Hersteller nicht vorgesehen, Wasser hat im Inneren nichts verloren. Wer den Blockierschutz auslöst, sollte das Mahlwerk vor dem Neustart auf Fremdkörper prüfen.
Für wen geeignet?
Die Rommelsbacher EKM 400 ist die richtige Mühle für alle, die von einer Einsteiger-Siebträgermaschine kommen und zum ersten Mal eine dedizierte Espressomühle mit Feinbereich, Antistatik und Direktmahlen wollen, ohne gleich das Doppelte oder Dreifache auszugeben. In unserer Übersicht der Elektrischen Kaffeemühlen ist sie ein fairer Mittelklasse-Einstieg. Wer bereits eine Prosumer-Siebträgermaschine besitzt oder maximale Schuss-zu-Schuss-Konsistenz sucht, sollte eine Klasse höher planen.



