Ein Milchsystem, das sich nach jedem Bezug von selbst reinigt, ohne dass du eine Karaffe zerlegen musst: Genau damit positioniert sich der EQ6 plus s700 als der unkomplizierteste Vollautomat in der Siemens-Mittelklasse.
Aufbau und Verarbeitung: Edelstahl statt Kunststoffdominanz
Die Front aus Edelstahl hebt den EQ6 plus optisch von den überwiegend kunststoffverkleideten Konkurrenten dieses Vergleichs ab und wirkt entsprechend hochwertiger in Küchen mit anderen Edelstahlgeräten, ohne dabei aufdringlich zu glänzen. Auch mechanisch wirkt das Gerät gut verarbeitet, Klappen und Tasten geben ein solides, wertiges Feedback, das an teurere Siemens-Hausgeräte erinnert. Das große Touchdisplay führt klar durch die 12 Getränke, auch wenn das Menüdesign inzwischen nicht mehr ganz so modern wirkt wie bei der neueren EQ600-Generation. Auch bei schwacher Küchenbeleuchtung bleibt die Anzeige gut ablesbar, ein Detail, das im Alltag öfter zählt, als man beim Kauf bedenkt. Wassertank und Bohnenbehälter fassen rund 1,7 Liter beziehungsweise 300 Gramm, beide sind von vorn zugänglich und ohne Werkzeug zu entnehmen.
Im Detail: Mahlwerk, Brühgruppe und Milchsystem-Automatik
Das Keramikmahlwerk mahlt frisch für jede Tasse und bleibt über Jahre verschleißarm, kombiniert mit einer entnehmbaren Brühgruppe, die sich zur Grundreinigung komplett herausnehmen lässt. Für unterschiedliche Bohnensorten lässt sich der Mahlgrad in mehreren Stufen justieren, ein Feature, das bei der EQ6-plus-Reihe seit Jahren zuverlässig funktioniert. Die Pumpe arbeitet wie bei den meisten Vollautomaten dieser Klasse mit deutlich mehr Nenndruck, als am Kaffeebett ankommt, entscheidend bleiben auch hier die üblichen rund 9 bar während der Extraktion. Das Herzstück ist aber das Milchsystem: Es zieht Milch über einen Schlauch direkt aus Karton oder Kanne und spült sich nach jedem Bezug automatisch mit Dampf durch. Damit entfällt das Zerlegen einer externen Karaffe komplett, ein Ansatz, der sich klar von LatteGo- oder LatteCrema-Systemen unterscheidet. Wer mehr Getränkevolumen pro Bezug oder Funktionen für Gäste sucht, findet diese eher in Siemens’ eigener Oberklasse als in der EQ6-plus-Reihe. Wie viel Wasser und Kaffee für deinen Geschmack zusammenpassen, verrät unabhängig vom Milchsystem der Kaffee-Finder.
Wie viel Aufwand spart die automatische Milchreinigung wirklich?
Einiges: Nach dem Milchbezug reicht ein Knopfdruck oder die automatische Spülung, ohne dass du Teile abnehmen, spülen und wieder zusammensetzen musst. Der Kompromiss liegt in der Optik, denn ohne sichtbare Karaffe wirkt das System weniger greifbar als eine LatteGo-Lösung, funktional ist es im Alltag aber mindestens ebenbürtig. Wer gerne sieht, was gerade gereinigt wird, gewöhnt sich meist schnell an das unsichtbare Prinzip, sobald die ersten Tassen zuverlässig sauberen Schaum liefern.
Reinigung und Pflege
Neben der automatischen Milchsystem-Spülung bleibt die Brühgruppe entnehmbar und unter Wasser abspülbar, das Entkalkungsprogramm richtet sich nach eingestellter Wasserhärte. Siemens setzt auf BRITA-Intenza-Wasserfilter, die Kalkbildung reduzieren und die Entkalkungsintervalle verlängern. Als Folgekosten solltest du Entkalker- und Reinigungstabletten sowie gelegentliche Filter einplanen, zusammen grob 25 bis 35 Euro im Jahr. Wer konsequent gefiltertes Wasser nutzt, verlängert die Entkalkungsintervalle spürbar und schont zugleich die Pumpe.
Für wen geeignet?
Der EQ6 plus s700 passt zu allen, die ein pflegeleichtes Milchsystem ohne Karaffen-Gedöns wollen und Wert auf ein Edelstahl-Gehäuse legen. Im Vollautomaten-Vergleich steht er für deutsche Mittelklasse-Solidität mit Fokus auf Kernfunktionen statt Rezeptvielfalt. Für alle, die schon andere Hausgeräte von Siemens oder Bosch besitzen, fügt sich die Optik zudem stimmig ins Küchenbild ein, ein Detail, das bei einer täglich sichtbaren Küchenmaschine durchaus zählt. Wer mehr als 12 Getränke-Voreinstellungen braucht, findet bei DeLonghi Magnifica Plus oder Philips LatteGo 5500 eine größere Auswahl.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Kaffeevollautomaten-Vergleich.

