Nicht jede Küche hat Platz für eine ausgewachsene Siebträgermaschine, und genau für diese Fälle hat Sage mit der Bambino Plus ein kompaktes Modell im Programm, das trotzdem beim Kernstück, dem 54-mm-Siebträger, keine Kompromisse macht.
Aufbau und Verarbeitung: kompakt, aber vollwertig
Die Bambino Plus ist spürbar kleiner als ihre Geschwister Barista Express und Barista Pro, verzichtet dabei aber nicht auf den vollwertigen 54-mm-Siebträger und ein PID-geregeltes Heizsystem. Das Gehäuse besteht aus gebürstetem Edelstahl, die Bedienung bleibt auf wenige Drehregler und Tasten reduziert. Mitgeliefert werden ein 480-Milliliter-Milchkännchen, ein passender Tamper und ein Wasserfilter, ein rundes Startpaket ohne Zusatzkäufe.
Trotz der kompakten Maße bleibt der Wassertank gut zugänglich und lässt sich seitlich entnehmen, ohne die Maschine von ihrem Platz zu rücken. Die Tropfschale ist für die Gerätegröße angemessen bemessen, und das mitgelieferte Milchkännchen aus Edelstahl passt vom Volumen her gut zu ein bis zwei Tassen, für größere Milchmengen empfiehlt sich ein separates Kännchen. Insgesamt wirkt die Verarbeitung für die Preisklasse hochwertig und deutlich langlebiger als vergleichbare Einsteigermodelle mit mehr Kunststoffanteil.
Im Detail: ThermoJet, PID und der fehlende Mahlwerk-Baustein
Das ThermoJet-Heizsystem bringt die Brühgruppe in rund drei Sekunden auf Temperatur und hält sie dank PID-Regelung dort stabil, ein Feature, das man in dieser Preisklasse selten in Kombination findet. Eine automatische Vorbrühung befeuchtet das Kaffeemehl vor dem eigentlichen Bezug drucklos, das sorgt für gleichmäßigeres Quellen und eine homogenere Extraktion. Was der Bambino Plus fehlt, ist ein eigenes Mahlwerk, hier bleibt sie bewusst schlank: Frisch gemahlener Espresso kommt aus einer separaten Mühle, die du mitplanen solltest. Mit rund 9 bar am Kaffeebett, wie bei jeder Vibrationspumpen-Maschine dieser Klasse, lässt sich bei passendem Mahlgrad und einer Dosis von etwa 18 Gramm ordentlicher Espresso ziehen, die passenden Verhältnisse liefert der Brüh-Rechner. Wichtig dabei: Da die Mühle fehlt, hängt die Konsistenz stärker als bei Geräten mit eingebautem Mahlwerk davon ab, wie sorgfältig die externe Mühle kalibriert ist, kleine Schwankungen im Mahlgrad wirken sich bei der kompakten Brühgruppe spürbar auf Bezugszeit und Geschmack aus.
Reicht der automatische Milchaufschäumer für Latte Art?
Für den Alltag ja: Drei Temperatur- und drei Texturstufen lassen sich direkt am Gerät wählen, die Maschine schäumt dann automatisch bis zum passenden Ergebnis. Für Cappuccino und klassischen Latte reicht die Qualität völlig, saubere Latte-Art-Muster gelingen mit einer klassischen, manuell geführten Dampflanze allerdings etwas leichter, weil du selbst auf Wirbel und Lufteinzug reagieren kannst. Wer Komfort über maximale Kontrolle stellt, bekommt hier trotzdem verlässlich guten Schaum ganz ohne Übung. Für den morgendlichen Cappuccino zu zweit reicht ein Durchgang meist völlig aus, da das Kännchen mit 480 Millilitern genug Volumen für zwei Tassen bietet.
Reinigung und Pflege
Ohne eigenes Mahlwerk bleibt die Pflege überschaubar: Siebträger nach jedem Bezug ausklopfen, Dampflanze sofort nach Gebrauch abwischen, Milchkännchen ausspülen. Entkalkt werden sollte die Bambino Plus je nach Wasserhärte etwa alle 2 bis 3 Monate, der mitgelieferte Wasserfilter verlängert die Intervalle spürbar. Eine Anzeige erinnert rechtzeitig, sodass sich Kalkschäden am PID-Heizsystem vermeiden lassen. Der mitgelieferte Reinigungsdisc für die Brühgruppe sollte einmal pro Woche zum Einsatz kommen, das dauert keine zwei Minuten und verlängert die Lebensdauer der Dichtungen spürbar.
Für wen geeignet?
Die Bambino Plus eignet sich für alle, die erstmals in Siebträger-Espresso einsteigen wollen und dafür wenig Stellfläche haben. Im Siebträger-Vergleich ist sie deshalb unser Einsteiger-Tipp für kleine Küchen. Wer ein Gerät mit eingebautem Mahlwerk aus einer Hand sucht und keine zweite Anschaffung plant, ist mit der Barista Express besser bedient, dort ist die Mühle bereits eingebaut.



