Zwei Kaffeemaschinen in einem Gehäuse klingt zunächst nach einem faulen Kompromiss, bei der Switch geht die Rechnung aber überraschend gut auf. Senseo kombiniert das bewährte Pad-Prinzip der Original Plus mit einem waschechten Filterkaffee-Modus samt Thermoskanne und adressiert damit ein Problem, das viele Pad-Nutzer kennen: Für eine Tasse ist das System ideal, für den Besuch am Wochenende wird es schnell umständlich. Die Frage ist, ob sich der höhere Preis gegenüber der reinen Padmaschine wirklich lohnt.
Aufbau und Verarbeitung: zwei Brühwerke, eine Basis
Die Switch ist spürbar größer als die Original Plus, weil sie neben dem klassischen Pad-Aufsatz auch einen Filterhalter und eine Aufnahme für die mitgelieferte Edelstahl-Thermoskanne unterbringen muss. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Kunststoff, die Kanne selbst ist doppelwandig isoliert und wirkt deutlich hochwertiger als eine gewöhnliche Glaskanne mit Warmhalteplatte. Oben auf der Maschine sitzen getrennte Tasten für eine oder zwei Pad-Tassen sowie eine eigene Taste für den Filterkaffee-Durchlauf, sodass sich beide Modi nicht gegenseitig im Weg stehen. Wer schon eine Original Plus kennt, findet sich beim Pad-Teil der Switch sofort zurecht, die zusätzliche Filterfunktion wirkt eher wie eine durchdachte Erweiterung als wie ein aufgesetztes Zusatzgerät.
Im Detail: Pad-Modus, Filterkaffee und laufende Kosten
Im Pad-Modus arbeitet die Switch technisch identisch zur Original Plus: Wasser wird portionsweise erhitzt und durch das Pad gepresst, das Ergebnis ist der typische, mittelstarke Senseo-Kaffee mit feiner Crema. Im Filtermodus läuft heißes Wasser klassisch durch einen Papierfilter mit losem Kaffeepulver direkt in die Thermoskanne, hier bestimmt die gewählte Kaffeesorte und der Mahlgrad stärker über das Ergebnis als bei der Pad-Variante. Bei den laufenden Kosten bleibt die Switch in beiden Modi günstig: Pads kosten herstellerunabhängig meist zwischen 0,10 und 0,15 Euro pro Tasse, loser Filterkaffee oft noch weniger pro Tasse. Wer zwischen Pad-, Filter- und Kapselsystemen noch unschlüssig ist, bekommt über den Kaffee-Finder eine Orientierung nach Haushaltsgröße und Trinkgewohnheiten.
Wann lohnt sich der Filterkaffee-Modus der Switch?
Immer dann, wenn mehr als zwei Personen gleichzeitig Kaffee wollen. Die Edelstahlkanne liefert bis zu 7 Tassen auf einmal und hält sie stundenlang warm, ohne dass die Maschine dafür mehrfach nacheinander laufen muss oder eine Warmhalteplatte den Geschmack verkocht.
Für den Single-Haushalt mit einer Tasse am Morgen bleibt dagegen der Pad-Modus die praktischere Wahl, hier zahlt sich der Aufpreis der Switch gegenüber der reinen Original Plus kaum aus. Wer aber öfter Besuch hat, samstags ein Familienfrühstück macht oder im Büro mehrere Kolleginnen und Kollegen versorgt, bekommt mit der Switch beide Szenarien in einer einzigen Maschine abgedeckt, ohne zusätzlich eine klassische Filtermaschine kaufen zu müssen.
Reinigung und Pflege: zwei Systeme, doppelte Sorgfalt
Weil die Switch zwei Brühwege in einem Gehäuse vereint, verlangt sie auch etwas mehr Pflege als eine reine Padmaschine. Die Thermoskanne sollte nach jeder Nutzung ausgespült werden, damit sich keine Kaffeeöle absetzen, der Filterhalter ist meist spülmaschinenfest. Der Pad-Aufsatz wird wie gewohnt unter fließendem Wasser gereinigt. Entkalkt werden sollte die Maschine je nach Wasserhärte etwa alle zwei bis drei Monate, wobei beide Brühwege über dasselbe Heizsystem laufen und daher gemeinsam von der Entkalkung profitieren.
Für wen geeignet?
Die Switch ist die richtige Maschine für Haushalte, die morgens schnellen Pad-Kaffee für eine Person wollen, aber regelmäßig auch größere Runden versorgen müssen. Im Vergleich der Kapsel- & Padmaschinen ist sie deshalb die flexibelste Lösung zwischen Einzeltasse und Kannenkaffee. Wer ausschließlich alleine trinkt und den Filtermodus nie nutzen würde, ist mit der günstigeren Original Plus besser bedient.



